Zentrales Thema des 200 Seiten umfassenden Lehrwerks von Bernd Brümmer ist das Solospiel, daher auch der präzise Titel "Guitar Solo Guide" (Gerig), denn was den interessierten Sologitarristen hier erwartet ist wahrlich ein systematischer Führer durch die faszinierende Welt des Solospiels. In drei große Abschnitte gegliedert I. Wann spielen?, II. Was spielen?, III. Wie spielen? führt der Autor Schritt für die Schritt durch das für jeden Einsteiger oft undurchsichtige Dickicht des wann, was und wie in der Kunst des Solospiels. Viele angehende Gitarristen spielen zwar intuitiv ganz passabel, aber sie merken schon bald, das die Fortschritte stagnieren. Und spätestens ab hier ist guter Rat von Nöten, aber in diesem Fall gar nicht teuer. Die ausführlichen, aber stets systematischen Anleitungen und Informationen, nicht zuletzt auch dank des übersichtlichen Layouts, bieten eine didaktisch ausgearbeitete Führung von Grund auf. Insgesamt gibt es über 250 Aufgaben und Übungen, die das zu Lernende und Gelernte festigen sollen. Ein integrierter Lösungsteil, Stichwort-Lexikon, Jam Track-CD u.v.a. machen das Buch zu einem wertvollen Guitar Solo Guide. Top.
GITARRE EXCLUSIV, Juni/Juli/August 2001
Ein paar Dinge fallen bei diesem Buch auf Anhieb auf: Das Cover des Buches ist ausgesprochen einfach gehalten, im Innenteil finden sich keine Fotos von mehr oder minder bekannten Gitarristen, der dennoch riesige Umfang von 200 Seiten und auf der Hülle der CD der Hinweis "MIDI FREE - Garantiert live eingespielt". Damit hebt sich der "Guitar Solo Guide" deutlich ab von anderen Büchern, in denen genau umgekehrt mit Fotos und Hinweisen auf Starmusiker und deren Spieltechnik geworben wird; vielfach geht es bei diesen Veröffentlichungen in erster Linie darum, dem Leser/Schüler ein schnelles Erfolgserlebnis zu bieten nach dem Grundsatz "Eine halbe Stunde geübt, schon klingst du wie Eric Clapton oder Mark Knopfler". Der Guitar Solo Guide tut nichts von dem, sondern geht gezielt auf die Probleme vieler, selbst langjähriger Gitarristen ein: Die eigenen Soli sind technisch zwar sauber gespielt, oder sie verlaufen stets nach dem gleichen Schema und klingen deshalb sehr gleichförmig, ja langweilig und wenig kreativ. Und daran muss gearbeitet werden, was nicht damit getan ist, die Soli von Richie Blackmore, Joe Satriani oder Slash nachspielen zu können. Denn so etwas ist eigentlich nur eine Frage des Übens und der Fingerfertigkeit.
Hier geht es vielmehr darum, Quellen zu finden und Ideen zu entwickeln, um die eigenen Soli eben nicht immer gleich, sondern immer wieder neu und interessant klingen zu lassen. Dabei ist das Buch so aufgebaut, dass man sich anhand des Inhaltsverzeichnisses einen Themenbereich aussuchen kann und gezielt daran arbeiten kann. Positiv fällt auf, dass ebenfalls im Gegensatz zu vielen anderen Publikationen hier die Spieltechniken wie Pull-off, Hammer-On, Glide oder Bend nicht nur flüchtig durch Erläuterung der jeweils zur Verwendung kommenden Symbole in Notenschrift oder Tabulatur abgehandelt wird. Vielmehr gibt Bernd Brümmer exakte und nachvollziehbare Anleitungen zu diesen Techniken und auch dazu, wie man diese sinnvoll einsetzen kann. Mit detailliert erklärten Beispielen sowie Übungen und Aufgaben und in den meisten Fallen parallel auch noch Klangbeispielen auf der CD kommt man als interessierter Musiker weiter.
Guitar Solo Guide richtet sich eindeutig an den Fortgeschrittenen, der aber nicht unbedingt professionell ausgebildeter Gitarrist mit mindestens Konservatoriumsabschluss sein muss. Auch der Autodidakt, der bereits Jahre erfolgreich in Bands spielt und sich nun in einer Sackgasse sieht, bekommt hier viele Tips und Hinweise zu seiner Weiterentwicklung.
Das mit 200 Seiten mehr als umfangreiche Lehrbuch führt den interessierten Gitarristen mit Beispielen in Form von Noten, Tabulaturen oder Sound dorthin, wo er selbst hin will und kann. Das Buch einschließlich der CD hebt an keiner Stelle den Zeigefinger und überlässt die Intensität der Übung immer dem Leser.
Die beiliegende CD enthält 16 sogenannte Jam-Tracks zum Üben und rund 50 Beispiele. Dabei sind sinnvollerweise die Jam-Tracks nacheinander vorn auf der CD enthalten, so dass man ohne viel am CD-Player fummeln zu müssen locker üben kann.
ARTIST, Mai/Juni 2000
Wem Angus & AC/DC zu einseitig sind und wer in Sachen Solospiel nach Höherem strebt, der wird im GUITAR SOLO GUIDE von Bernd Brümmer sicher fündig werden. Wann spielen, was spielen und wie spielen - das sind die drei zentralen Fragestellungen, unter denen der Autor Themen wie Phrasierung, Tonmaterial und Rhythmik abhandelt. Die vielen Beispiele werden in Noten und Tabulatur vorgestellt, dazu gibt es zahlreiche Übungsanregungen, musiktheoretische Zusammenhänge und ausführliche Erläuterungen zu spieltechnischen Aspekten. Alle Beispiele sowie sechzehn Beispielstücke findet man auf außerdem noch auf der beigelegten CD. Der Guitar Solo Guide ist ein umfassendes Buch für Einsteiger, Fortgeschrittene und Lehrer, die auf der Suche nach Anregungen für ihren Unterricht sind. Bei diesem Buch stimmt das Preis/Leistungsverhältnis!
GITARRE & BASS - 11/2000
Dieses Buch ist eine echte Bereicherung, des mittlerweile, was Themen anbelangt, ziemlich abgegrasten Gitarrenbuch Markts. Sorry, daß ich direkt so hingebungsvoll subjektiv in diese Buchkritik einsteige, aber ich wäre froh gewesen, damals in meiner Gitarrenstarter Zeit so ein Buch zur Hand gehabt zu haben, daß mir nicht nur eine Menge musiktheoretischer Zusammenhänge in Sachen Sologitarre geliefert hätte, sondern auch unzählige musikalisch/kreative Tipps zur spannenden und abwechslungreichen Sologestaltung zu bieten hat.
Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern, die nach dem Schema arbeiten: Skalen - passende Akkorde - Licks, leitet GUITAR SOLO GUIDE die/den ambitionierte(n) LeadgitarristIn zu den eigenen Gestaltungsmöglichkeiten durch die drei Fragen, "wann spielen, was spielen, wie spielen"? Unzählige Tonleiterübersichten, Massen von typischen Akkordverbindungen (inclusive 16 groovende stilistisch bunt gemischter Live-Band Playbacks auf der CD) und theoretische Erklärung gibt's natürlich auch (insgesamt 200 Seiten geballtes Wissen - das ist ein Workbook für ein paar Jahre...), aber gerade im Bereich "was mach ich damit?" wird man in diesem Buch fündig.
Der Bereich "Was spielen?", der den größten Teil einnimmt, zeigt, wie hilfreich es ist die harmonischen Zusammenhänge zu verstehen und anwenden zu können. Wer da fleißig mitarbeitet wird nach kurzer Zeit enorme Fortschritte in der "Schlüssigkeit" der eigenen Solos machen (die Töne auf dem Griffbrett zu kennen ist da ein wichtiger Teil, der auch hier ausführlich trainiert wird. Wie man die (passenden) Töne geschickt einsetzen kann, lernt man aber auch...
Das Besondere (und Wertvolle) in diesem Buch ist aber, daß es zeigt, wie man musikalische Mittel, wie Phrasen & Pausen, Timing & Tempo, Motiv-Variationen, Sequenzen, Inside/Outside spielen und viele Spezial Gitarrentechniken interessant einsetzt. Dazu dienen auch die 250 (im theortischen Teil schriftlichen) Aufgaben und praktischen Übungen (you got to work!), die echtes Mitdenken fördern (das soll ja bekanntlich beim Lernen hilfreich sein...).
Eine gute grundlegende Vorbildung ist allerdings von Vorteil für dieses Buch. Alle Übungen sind in Noten und Tabulatur dargestellt, erfordern aber schon etwas grifftechnische Erfahrung bis zum 15. Bund. Die Spezialtechniken wie Hammer On, Pull Off, Bending etc. sollte man auch schon kennen. Im Buch werden sie very kurz erklärt (leider ohne Fotos - und wo ist muting?..). Es finden sich dann aber doch viele Warmup und effektive Übungen zu diesen Techniken (und natürlich massig Licks...).
Zusammenfassung
Zielgruppe: Alle die etwas Erfahrung im Solospiel haben, aber die Ihre Wissenslücken schließen wollen, um zu interessanteren Solos zu kommen.
Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittelschwer
Voraussetzungen: grundlegende Spieltechniken Sologitarre
Musikalisch: klasse groovende Playbacks (Rock, Pop, Funk, bisserl Jazz..), kann Initialzündung für echte kreative Weiterentwicklung auf der Guitarra sein...
NEWSLETTER GITARRENLINKS.DE vom 29.3.2003