2. Gitarre in der Band

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2. Gitarre in der Band

Beitragvon albi84 » Sa 02. Mai 2009, 15:40

Servus,

spiele seit kurzem inner Band (Richtung Britpop bzw. Oasis), zum ersten mal. Ich muss dazu sagen wir machen nur eigene Sachen.
Ich spiele die zweite Gitarre, wir haben neben Bass und Schlagzeug auch noch ein Pianisten.

Das Problem ist, dass ich teilweiße nicht weiß was ich spielen soll, ich kann ja nicht über alles immer irgendwelche Soli drüber zimmern. Ich versuch dann halt die Akkorde der Rhythmusgitarre mitzuspielen, nur halt als Barré oder Powerchord damit wenigsten ein bisschen Variation reinkommt.
Hab ihr vielleicht noch irgendwelche Tipps wie man da ein bisschen Variation reinbringen könnte?

Danke.
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Re: 2. Gitarre in der Band

Beitragvon Strato Incendus » Sa 02. Mai 2009, 22:03

Wer singt denn bei euch?
Wenn einer der beiden Gitarristen auch noch der Sänger ist, machen das ja die meisten Bands so:

Der Nicht-Sänger spielt die Lead-Gitarre und in der Strophe meist auch die Rhythmusgitarre, wo der Sänger dann umso besser gestikulieren kann :lol: . Im Refrain stimmt dann auch die Gitarre des Sängers ein, auch, wenn beide das gleiche Spielen, im Refrain kann's ja fetter klingen. :wink:

Andere Möglichkeiten wären:
- Zupfmuster und Arpeggien einbauen
- Call and Response-Konzepte
Also, einer spielt die Rhythmusgitarre, der andere schiebt immer in die Pausen zwischen den Gesangspassagen ein passendes Lick ein. Songwritingtechnisch bestimmt die anspruchsvollste Lösung.
- zweistimmig spielen (allerdings gilt das hauptsächlich für Soli)
Ihr könnt natürlich auch beide ein Zupfmuster zur gleichen Akkordfolge entwerfen, und die beiden ergeben, zusammen gespielt etwas ganz neues.
- sich schlicht und einfach abwechseln mit der Rhythmusarbeit

nur halt als Barré oder Powerchord damit wenigsten ein bisschen Variation reinkommt.


Das Problem kenne ich; bei unserem ersten Song, den wir gerade proben, übernimmt mein Bruder die Rhythmusgitarre und mir steht die Lead-Gitarre zu. Da die Rhythmusgitarre clean ist (bzw. eigentlich sollte es eine Westerngitarre sein, aber mein Bruder nimmt lieber seine E), lege ich dann im Refrain die Power Chords drunter, und mache in der Strophe meistens Patterns mit Palm Muting.
Also: Einer spielt cleane, offene Akkorde, der andere verzerrte Power Chords, bzw. nachher in einem Zwischenstück spielt der eine ein Zupfmuster und der andere unterlegt das mit Power Chords.

Wenn keiner von euch beiden der Sänger ist, könnt ihr euch ja auch einfach mehr absprechen, kompliziertere Rhythmusparts machen, die eben z. B. zweistimmig sind.
Auch, wenn das wahrscheinlich nicht dein Geschmack ist: Die beiden DragonForce-Gitarristen schieben andauernd irgendwelche Pinch Harmonic-Wah-Wah-Quietsch-Licks in ihre Rhythmusparts ein (weil's sonst ja nur Power Chord-Geschrammel wäre ^^), und diese Licks sind dann meist zweistimmig.
Guckstu hier: Trail Of Broken Hearts
Man muss genau hinhören, Zweistimmiges nach Gehör nachzuspielen ist sowieso immer schwierig, weil man nie weiß, was die erste und was die zweite Gitarre spielt. Aber es soll ja nur 'ne Anregung sein, wie man die Strophen etwas aufpeppen kann, und bei dem Song hört man es noch mit am besten (und er ist nicht so heavy).
Wobei ich es etwas übertrieben finde, das die ganze Strophe durchzuziehen (Ursache wahrscheinlich Langeweile und "zu wenig" Aufmerksamkeit :lol: )

Ansonsten kannst du halt evtl. noch zum Backgroundgesang beisteuern (wenn's denn in der Strophe passt), oder einer von euch, am besten euer Rhythmus-Klampfer, stimmt seine Gitarre um. Du bleibst besser in einer dir vertrauten Stimmung, damit du nachher auch deine Soli mit gewohnten Fingersätzen spielen kannst. Aber wenn der Rhythmusgitarrist seine Gitarre in eine offene Stimmung versetzt und du in normaler Stimmung was zu den Akkorden machst, entstehen die Variationen manchmal von ganz alleine.

Trotz allem, du musst ja nicht die ganze Zeit spielen. Je nachdem, was für ein Solo du spielst, bist du wohl froh, wenn du deinen Fingern mal 'ne Pause gönnen kannst. Klar, keiner will live mit seinem Instrument in der Hand rumstehen und nix zu tun haben (wie gesagt, außer dem Sänger ^^); da gilt dann einfach: rumposen, sich nichts anmerken lassen und mitsingen (oder so tun als ob :lol: ).
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Re: 2. Gitarre in der Band

Beitragvon albi84 » So 03. Mai 2009, 12:32

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Bei uns siehts so aus das der andere Gitarrist auch der Sänger ist, weil es auch alles seine Songs sind, bin ich mir sicher so wie ich ihn kenne, wird er sich den Rythmuspart nicht wegnehmen lassen. Ich werds mal mit Palm Muting probiern, Appregien passen glaub ich zurzeit zu unseren songs eher weniger, aber vielleicht passts irgendwann mal.
Auf jedenfall gut zuhören das ich mit dem Problem nicht alleine dastehe und im zweifelsfall bleibt mir ja noch das Posen.
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Re: 2. Gitarre in der Band

Beitragvon Strato Incendus » So 03. Mai 2009, 17:28

wird er sich den Rythmuspart nicht wegnehmen lassen.


Also, wenn er der Sänger ist, dann steht er ja schon genug im Rampenlicht. Außerdem sagst du, er schreibt noch die Songs. Das soll ja nicht seine Ego-Show werden. Sowas führt meistens dazu, dass der Lead-Gitarrist in wilde Shredding-Soli ausartet, um sich neben dem Sänger behaupten zu können, zu zeigen, dass er der bessere Spieler ist etc.
Wenn sich alle gegenseitig übertrumpfen wollen oder die Einstellung haben: "Ich habe meinen Part, sollen die anderen sich doch was zurecht suchen, wenn was schief läuft, war ich's auf keinen Fall", funktioniert es niemals. Da ist es mir lieber, wenn der Keyboarder in der Gospel-Chor-Begleitband, die bei uns in der Schule von einem Lehrer geleitet wird, andauernd versucht, mir in meine Soli reinzureden. Das ist zwar irgendwo auch nervig, nur habe ich z. B. den Schlagzeuger auf die Idee gebracht, bei einem bestimmten, softeren Song Besen zu benutzen. Der spielt schon seit acht Jahren und hat noch nie mit welchen gespielt. --> So kann man durch gemeinsames Überlegen weiterkommen. :wink:
Ich will jetzt hier nicht über euren anderen Gitarristen herziehen, ich kenne ihn schließlich nicht und habe vielleicht auch deine Beschreibung falsch verstanden. Da du ja schon einiges ausprobiert hast, frag ihn doch einfach mal, ob er evtl. noch ein paar Ideen für deinen Part hat oder dir noch was schreibt. Ich schreibe bei unseren Songs (jetzt nicht in der Gospel-Truppe) auch erst einmal alle Spuren, damit's beim Abspielen gut klingt, und lass dann jeden seinen Teil so editieren, wie er will, hauptsache, es passt am Ende. :D
Ich kann natürlich irgendwo auch verstehen, dass man einen Rhythmuspart, der einem besonders einfallsreich vorkommt und auf den man stolz ist, nicht so einfach hergeben kann. Wenn er simpel ist und gut klingt, ist das ja auch okay, aber wenn er recht kompliziert ist, weil z. B. viele Dinge gleichzeitig gemacht werden, was eben gerade live schnell in die Hose gehen kann, könnte man ja einen Kompromis machen und den Part aufteilen. Wie ich oben schon gesagt habe: abwechseln.

weil es auch alles seine Songs sind


Am Ende gehören die Songs immer der gesamten Band und nicht nur einem einzigen. :wink: Das sieht man ja jedes Mal Karneval, wenn die Räuber, die Rabaue und die Kolibris alle mit "Wenn dat Trömmelche jeht" auffahren. :lol: Geschrieben hat's nur einer, und trotzdem haben alle Rechte daran.
In solchen Momenten wirkt es natürlich unfair dem eigentlichen Songwriter gegenüber. Aber solange sich eine Band nicht derart zerstückelt, ist doch egal, von wem ein Lied stammt. Den Zuhörer interessiert das in den seltensten Fällen. Die ganzen DSDS-Gewinner haben ihre Songs doch auch alle von ihrem Dieter geschrieben bekommen, trotzdem hatten sie (wenn auch nur kurzzeitige :twisted: ) Erfolge.
Das Lied "Pilgrims In Armor", was wir gerade üben, basiert zum Beispiel auf einer Idee von meinem Vater. Ich habe dazu einen Text und eine Melodie gezimmert, die meinem Vater zum Ohrwurm wurde, er hat dann ein bisschen am Text gefeilt (ob zum Besseren oder Schlechteren wird sich noch zeigen) und ein bisschen was hinzugefügt, was ich dann ebenfalls wieder vertont habe. Allgemein sind seine Passagen textlich etwas abstrakter als meine. Mein Bruder hat am Text nichts gemacht, dafür aber an seinem Rhythmuspart gearbeitet, während mein Vater seine Basslinie überhaupt nicht verändert hat. Und so kommt was zusammen, wenn jeder was beiträgt.

Kurzum: Euer Sänger und Songwriter (um nicht zu sagen Bandleader; es gibt zwar Bands, wo Sänger und Dichter und Leader drei verschiedene Personen sind, aber das ist selten der Fall) sollte sich nicht zu sehr in seine Songs reinreden lassen. Sonst entsprechen sie nachher gar nicht mehr dem, was er sich dabei gedacht hat, er kann sich nicht mehr damit identifizieren und wird die Lieder auch nicht mit Herzblut singen.
Umgekehrt muss er aber auch soweit auf euch eingehen, dass er Vorschläge annimmt und ihr sie gemeinsam überdenkt, immer unter der Überlegung: "Ist es gut für das Lied, oder nicht?" Sonst langweilt ihr euch alle und spielt eure Instrumente nicht mehr mit Leidenschaft. Und das kann einen Song genauso töten wie gelangweilter Gesang (der wiederum auch manchmal aus gelangweilt gespielten Instrumenten resultiert.)


So weit das Philosophische, jetzt zum Technischen:

Ich werds mal mit Palm Muting probiern, Appregien passen glaub ich zurzeit zu unseren songs eher weniger, aber vielleicht passts irgendwann mal.


Palm Muting Power Chords sind auf jeden Fall besser, als wenn du auch Akkorde mitspielst, ob offen oder Barré. Wenn nämlich jeder von euch ein anderes Anschlagmuster verwendelt, ergeben beide zusammen meist undifferenzierbares Geschrammel.
Und mit Arpeggien meine ich jetzt wirklich teilweise einfach nur Akkordgriffe mit nacheinander angeschlagenen Tönen, keine Soli-artigen Arpeggien mit Lagenwechsel, die man sweept o. ä. :wink:

Mir fiele noch ein, dass du seinen Rhythmuspart einfach eine Oktave höher mitspielst, wenn er denn geruht, ihn dir zu zeigen. :wink: Wird natürlich auf die Dauer langweilig und sollte man nicht immer machen. Aber ein-, zwei Mal --> Kapo in den zwölften Bund und fertig. :D

und im zweifelsfall bleibt mir ja noch das Posen.


Dann üb mal die Brit-Pop-Posen, ich kenne da gerade keine. :lol: :wink:
Während eines Solos kann man natürlich alles machen, was die Beweglichkeit erlaubt. Nur ansonsten, während der Strophe zum Beispiel, sieht es nicht so toll aus, wenn man versucht mit den Zähnen zu spielen und eigentlich doch nichts zu spielen hat. :D
Wahrscheinlich bin ich da als Metaller aber auch ein wenig engstirnig. :D Da kann man ja, wenn man mal nix zu tun hat, einfach nach hinten zum Bassissten gehen (*duck und weg* :twisted: ) und beim Headbanging mitmachen. Am besten schön mit der langen Mähne (die ich nicht habe) vor den Saiten rumfuchteln, damit keiner merkt, dass man nicht spielt.
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Re: 2. Gitarre in der Band

Beitragvon tuppes » So 03. Mai 2009, 20:06

albi84 hat geschrieben:Bei uns siehts so aus das der andere Gitarrist auch der Sänger ist, weil es auch alles seine Songs sind, bin ich mir sicher so wie ich ihn kenne, wird er sich den Rythmuspart nicht wegnehmen lassen.

Hm. Viele Sänger, die ich kenne, sind froh, wenn sie sich voll aufs Singen konzentrieren können und nicht gleichzeitig noch einen Instrumentalpart abliefern müssen. Beides - Singen und Rhythmusgitarre - erfordert nämlich, wenns richtig gut sein soll, eigentlich die volle Konzentration, und wer beides zugleich machen muss, fährt fast zwangläufig einen der Teile zurück.

Nehmt euch mal auf, und dann beurteilt "objektiv" - sofern das geht - ob der Mann wirklich gut singen UND gleichzeitig spielen kann, oder ob es besser für den Song ist, die Aufgaben zu teilen. Es kommt nämlich nicht drauf an, dass EINER sich selber möglichst toll in Szene setzt, sondern es kommt NUR darauf an, wie ihr als Band rüberkommt. Nur dafür kriegt ihr Applaus.
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Re: 2. Gitarre in der Band

Beitragvon tuppes » Mo 04. Mai 2009, 09:45

Strato Incendus hat geschrieben:Am Ende gehören die Songs immer der gesamten Band und nicht nur einem einzigen. :wink: Das sieht man ja jedes Mal Karneval, wenn die Räuber, die Rabaue und die Kolibris alle mit "Wenn dat Trömmelche jeht" auffahren. :lol: Geschrieben hat's nur einer, und trotzdem haben alle Rechte daran.


Das würde ich so nicht unterschreiben.

Verwertbare, d.h. juristisch durchsetzbare, Rechte an einem Lied hat sowieso nur der, der es geschrieben hat. "Automatisch die ganze Band" - sowas gibts nicht.

Aber auch der "gefühlte Besitz" bleibt meiner Meinung nach beim Songwriter. Natürlich verändert sich ein Song während der Erarbeitung durch die Band. Aber das macht ihn nicht zum Gemeinschafts-Eigentum, weil der Songwriter die Ideen für Text und Musik und damit immer den größten Anteil am Werk hat. Egal, wie lange an dem Ding rumgefeilt wird, diesen Vorsprung können die anderen nie einholen.

Das hat natürlich Konsequenzen. Wenn der Songwriter die Band verlässt, kann er seine Songs mitnehmen, und die übriggebliebene Rest-Band hat nichts. Das ist hart und bedeutet für die Band entweder einen radikalen Stilwechsel mit einem neuen Songwriter oder die "Rückstufung" zur Coverband oder direkt das Aus, aber wenigstens stimmt die "gefühlte Rechtslage" mit der juristischen Lage überein.

Und dass dieses Prinzip dem Songwriter eine "unangemessen große Macht" gibt, stimmt auch nicht wirklich. Entweder weiß er, was er an der Gruppe hat und dass er ohne sie höchstens die Hälfte wert ist - dann wird er sie auch entsprechend behandeln und beteiligen. Oder er weiß es nicht - dann hat die Gruppe mit diesem Songwriter sowieso keine Zukunft.

Und in den seltenen Fällen, in denen der Songwriter ein wirklich genialer Typ ist und dem Rest der Hobbytruppe haushoch überlegen, wird sich der Lauf der Dinge auch nicht aufhalten lassen. Der wird dann unweigerlich irgendwann aussteigen und mit einer Band, die ihm gewachsen ist, Karriere machen. Und er wird ohne große Trauer auf die "Garagensongs" von damals pfeifen und ein paar neue machen - wenn er nicht sogar die wirklich guten Ideen von Anfang an unter Verschluss gehalten hat.
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Re: 2. Gitarre in der Band

Beitragvon albi84 » Mo 04. Mai 2009, 16:23

Das Problem ist halt auch das ich nicht so das Standing in der Band habe, kenne zwar den Sänger schon länger aber, bin als letzter zur Band hinzugestoßen. Deswegen halte ich mich mit eigenen Vorschlägen zurück, und glaube deshalb auch nicht das es so gut kommt wenn ich ihm einfach die Rythmusparts wegnehmen will.
Heute ist wieder Probe, falls Interesse besteht kann ich ja mal ne Aufnahme machen und online stellen.
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Re: 2. Gitarre in der Band

Beitragvon Strato Incendus » Mo 04. Mai 2009, 16:41

@tuppes: Klar gehören sie nicht der ganzen Band in jeglicher Hinsicht. Alle Dokumente wie Texte und Noten gehören natürlich ihren Autoren bzw. Komponisten. Aber der fertige Track wäre ohne die Hilfe aller nicht möglich gewesen. Auch, wenn z. B. der Bassist (nix gegen Bassisten jetzt) nicht am Song mitgeschrieben hat, er hat seinen Beitrag zumindest bei der Aufnahme abgeliefert und hat an der Aufnahme Rechte, am Text und an den Tabs / Noten aber nicht.
Ich kenne mich jetzt nicht genau mit der Materie aus, aber so klingt's doch am logischsten, oder?
Von "automatisch" habe ich auch gar nichts geschrieben, die Band muss ja erstmal was leisten - eben zum Beispiel aufnehmen oder das Ding live aufführen.

Sei's wie es sei, jede Band, die ein Mitglied der Räuber dabei hat, darf offenbar deren alte Songs spielen, aus der Zeit, als dieses Mitglied noch bei den Räubern war. Wenn es dann nachher wieder geht, ändert sich da trotzdem nichts dran.
Vielleicht sind die Regeln im Kölner Fastelovend da ja etwas anders als draußen auf dem internationalen Musikmarkt. :lol: Etwas rheinisch-lockerer.

Und dass dieses Prinzip dem Songwriter eine "unangemessen große Macht" gibt, stimmt auch nicht wirklich.


Wer hat das denn behauptet? Der Songwriter gibt sich schließlich Mühe und verdient auch diese "Macht". Wenn er sie nicht hätte, wüssten die anderen ja teilweise gar nicht, was sie spielen sollten. (Manchen Leuten muss man ja erstmal vorschreiben, was sie spielen, damit sie später drauf kommen, es selbst zu verändern - spreche aus Erfahrung. :wink: )

Aber auch der "gefühlte Besitz" bleibt meiner Meinung nach beim Songwriter.


Dafür erwähnt man ja über dem Text, von wem Musik und Lyrics stammen. :wink: Würde mich auch ärgern, wenn bei einem komplett von mir geschriebenen Lied oben einfach nur "Music and Lyrics by <Bandname>" stünde - habe ich zum Beispiel mal in einem Tabbook gesehen (wieder mal DragonForce :twisted: ), wo an jedem Song fast alle beim Schreiben beteiligt gewesen zu scheinen und Herman Li an erster Stelle stand, obwohl der bis auf einen Song auf dem Album gar nichts an Text geschrieben hat, laut anderen Quellen.
Bei Nightwish war es auf dem Album "Dark Passion Play" auf eine andere Art unfair: Erst hinten werden die Schreiber erwähnt, was anfängt mit den Zeilen: "All music by Tuomas Holopainen, except..."
Schert sich da noch einer, was die anderen gemacht haben? Auch, wenn's einer liest, so entsteht doch sofort der Eindruck, dass das kaum was zählt. So mancher wird ihn aber auch als einen der "genialen Songwriter", wie du sie genannt hast, bezeichnen, sodass ihm keiner irgendwo mehr überhaupt Vorschläge zu machen braucht. Aber Vorschlag-Macher werden ja eh nicht erwähnt, solange sie keinen starken Eingriff in Lyrics oder die Musik vornehmen.

Diese Zeilen sind natürlich vor allem fürs Copyright etc. wichtig, aber irgendwo eben auch das kleine Tribut an den Dichter, das dann wirklich auch nur der erhält. :wink:

wenn er nicht sogar die wirklich guten Ideen von Anfang an unter Verschluss gehalten hat.


Dann würde ich dem Schreiber allerdings vorwerfen, dass er sehr egozentrisch denkt und den Mitgliedern in seiner Band nicht vertraut. Es sei denn, er hat einen guten Grund dazu - wenn er zum Beispiel denkt, dass ein bestimmtes Mitglied sich mit dem erst besten Song unterm Arm aus dem Staub macht und ihn bei der GEMA anmeldet. Das Problem bei Songs im Frühstadium ist ja immer, dass man nie genau weiß, wann man die Endversion vor sich liegen hat, und auch nicht bei jeder Textänderung das Datum und den Autor einträgt, nur für den Fall, das Lied so anmelden zu können.
Also, wenn ich das sicherheitshalber jetzt schon bei meinen Songs machen würde, würde mir meine Mutter sagen, ich hätte sie nicht mehr alle, und das wird doch sowieso nix. :mrgreen:

Hin wie her - wenn ich einer Person zutraue, Songs regelrecht zu stehlen, spiele ich nicht mit ihr zusammen in einer Band. Das sollte klar sein. Wenn ich aber grundsätzlich Angst davor habe, irgendwem einen Song zu zeigen, weil er mir so gut gefällt, dass ja quasi jeder ihn an sich reißen muss, dann werde ich auch nie Leute finden, die diese Songs mit mir aufnehmen oder aufführen.

Der ein oder andere Autor hält seine geliebten Songs vielleicht jedoch zurück, weil er glaubt, die Band wird sie komplett anders interpretieren. Da gilt dann aber nur: Ausprobieren, aufnehmen und nach einer Zeit versuchen, das Lied mit möglichst unparteiischem Gehör, wie tuppes schon gesagt hat, zu beurteilen. Und wenn mir als Komponist am Ende nicht gefällt, was wir alle zusammen aus einem bestimmten Song gemacht, dann habe ich das Recht, mein Veto einzulegen und zu sagen: "Sorry, Leute, das weicht jetzt so stark von meinen ursprünglichen Vorstellungen ab, so will ich das nicht aufgenommen hören oder aufgeführt sehen."
Und wenn das zu oft geschieht, nun, dann passen der Songwriter und die Band wirklich nicht zusammen - natürlich jetzt nur musikalisch gesehen. Ich kenne auch einige andere Musiker, mit denen ich mich an sich gut verstehe, aber die derart anderer Musik zugeneigt sind, dass ich nicht auf die Idee kommen würde, die mit meinen Songs zu konfrontieren. Denn wenn ich das Thema "Mittelalter-Metal / Rock" in den Mund nehme, dann gucken sie mich verständnislos an. :D
Equipment:
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