Tips zum Auswendig lernen von akkorden

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Tips zum Auswendig lernen von akkorden

Beitragvon wolveman74 » Di 28. Jul 2009, 09:59

oder PowerChords

wie habts ihr gemacht?

bei machen kann man es sich ja merken, weil zB nur noch eine seite tiefer zu kommt, etc

oder hilft da einfach nur immer, greifen greifen, und sich versuchen zu merken welcher Akkord und Powerchord das ist

danke schonmal für die antworten
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Re: Tips zum Auswendig lernen von akkorden

Beitragvon Strato Incendus » Di 28. Jul 2009, 20:45

Also, die offenen Akkorde haben ja jeweils so unterschiedliche Muster, dass man die sich eigentlich ganz gut merken kann. (D. h. wenn man die verschiebt, merkt man, dass die gar nicht so unterschiedlich sind, aber erstmal geht man ja davon aus, dass man sie nicht verschiebt.)

Was Barrégriffe und Power Chords angeht - Tja, da hilft's nur, die Notennamen auf dem Griffbrett zu kennen.

Grundsätzlich gilt bei Power Chords: Die Subdominante liegt immer eine Saite höher als die Tonika, aber im selben Bund (Quarte). Die Quinte liegt immer eine Saite tiefer als die Tonika, im selben Bund, oder eine Saite höher und zwei Bünde weiter (Quinte). Die Subdominante kann man dann folglich auch noch eine Saite und zwei Bünde tiefer als die Tonika spielen.

Das erkennst du sehr schön an den offenen Powerchords A (Tonika), D (Subdominante) und E (Dominante).

Da Powerchords ja von Barrégriffen herrühren, gilt für sie das gleiche. Da musst du halt dran denken: Wenn du den Grundton des Akkords von der E- auf die A-Saite verlegst, musst du auch den A-Shape-Barrégriff greifen.

Im Prinzip kannst du also ein Lied mit den drei Standardakkorden mit Powerchords begleiten und musst deine Hand dafür gar nicht horizontal am Griffbrett verschieben. :wink:
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Re: Tips zum Auswendig lernen von akkorden

Beitragvon wolveman74 » Mi 29. Jul 2009, 12:27

danke für die Antwort

vorallem sehr ausführlich und hilfreich

ist wohl alles gar net so komplizert wie es rüber kommt, aber wenn man so alle auf einen Blatt vor sich hat, sieht man vor lauter verschiedenen Griffen die Saiten net mehr ;)

vielleicht versteif ich mich ja auch zu sehr aufs auswendig lernen, denn gut ding will eh weile haben und kommt dann wohl von ganz alleine
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Re: Tips zum Auswendig lernen von akkorden

Beitragvon Strato Incendus » Do 30. Jul 2009, 20:06

Ganz von alleine kommt nichts. Du wirst aber merken, dass du wahrscheinlich mehr Sachen richtig machst als falsch.

Wenn ich das richtig verstehe: Du hast im Augenblick einen Haufen von Akkorden vor dir und weißt nicht so recht, welche du zusammenbringen sollst, stimmt's? :wink:
Was ich bisher geschrieben habe, hilft natürlich ein wenig, wenn man ein Freund von Mustern ist (sind die meisten Gitarristen allerdings). Dadurch weiß man allerdings noch nicht direkt, welche Tonart das ist bzw. welche Akkorde man da spielt, wenn man die Noten auf dem Griffbrett nicht kennt.

Ich schreibe dir einfach mal ein paar zusammen gehörende Akkorde auf. Ich habe sowas ähnliches allerdings schonmal woanders geschrieben:

Akkorde für C-Dur
1. Tonika: C-Dur
2. Mollparallele der Subdominante: D-Moll
3a. Mollparallele der Dominante: E-Moll
3b. Dominante der zur Tonika parallelen Mollkadenz: E-Dur
4. Subdominante: F-Dur
5. Dominante: G-Dur
6. Mollparallele der Tonika: A-Moll
7. H-Moll mit verminderter Quinte (Hmb5), auch H° (sprich: H null) genannt

Nach Häufigkeit, wie sie von den meisten benutzt werden: Tonika (1), Dominante (5), Subdominante (4), Mollparallele der Tonika (6), Mollparallele der Subdominante (2), Mollparallele der Dominante (3a), verminderter Akkord (7)

Noch einmal mit C-Dur als Beispiel: C, G, F, Am, Dm, Em, Hmb5

(E-Dur - Dominante der zur Tonika parallelen Mollkadenz)
Die "Dominante der zur Tonika parallelen Mollkadenz" ist etwas besonderes: E-Dur besteht aus den Tönen e, gis und h. gis kommt in der C-Dur-Tonleiter eigentlich nicht vor, wird aber hier in dem Akkord als Leitton eingebaut. Das ist ein Ton, der dem Ohr hilft, zum Ton a "rüberzukommen".
Eine Standard A-Moll-Kadenz sieht deshalb so aus: Am, Dm, E. Das gis im E-Dur-Akkord leitet einen zum a rüber, weil es nur einen Halbton entfernt ist. Genau so, wie ein h einen zum c rüberleitet - nur mit dem Unterschied, dass h zur C-Dur-Tonleiter gehört.

Obwohl das ein Spezialfall ist, machen die meisten Musiker in C-Dur bzw. eher in A-Moll öfter Gebrauch von E-Dur. Das klingt noch ein bisschen depressiver, als wenn du von G nach Am gehst. Bestes Beispiel: House Of The Rising Sun.

E-Moll klingt mMn in C-Dur besonders gut, wenn es vor einem F-Akkord gespielt wird, also das e als Leitton zum f fungiert. Den charakteristischen Klang, der dabei entsteht, kann man, finde ich, besonders gut in Meat Loafs "Objects In The Rear View Mirror" hören. Obwohl das Lied in F-Dur steht; da geht der Übergang dann von A-Moll nach Bb-Dur.

Wo wir gerade dabei sind:

Akkorde für F-Dur bzw. D-Moll:
1. F
2. Gm
3. Am / A
4. Bb
5. C
6. Dm
7. Ebmb5

Akkorde für G-Dur bzw. E-Moll
1. G
2. Am
3. Hm / H
4. C
5. D
6. Em
7. F#mb5

Akkorde für A-Dur bzw. F#-Moll:
1. A
2. Hm
3. C#m / C#
4. D
5. E
6. F#m
7. G#mb5

Akkorde für D-Dur bzw. H-Moll
1. D
2. Em
3. F#m / F#
4. G
5. A
6. Hm
7. C#mb5

Akkorde für E-Dur bzw. C#-Moll:
1. E
2. F#m
3. G#m / G#
4. A
5. H
6. C#m
7. D#mb5

Damit hast du erstmal alle Tonarten, die du mit den offenen Akkorden spielen kannst. E-Dur ist in offener Position am schwierigsten zu spielen, wenn du von den drei Standard-Akkorden abweichen willst; E- und A-Griff funktionieren normal, für H brauchst du normalerweise den Barrégriff, falls du nicht den offenen H7-Akkord nimmst. Du kannst den Amaj7-Griff hier auch als C#-Moll-Griff verwenden, indem du entweder die A-Saite nicht mit anschlägst oder mit dem kleinen Finger auf dieser noch im vierten Bund greifst.

-----0-------- e
-----2-------- c#
-----1------- g#
-----2------- e
----(4)------- c#
------------

Sonst kommst du um Barrégriffe in dieser Tonart nicht herum. Und damit wären wir wieder vorne angelangt: Bei Barrégriffen würde ich nicht für jede Tonart neue Akkorde lernen, sondern mir erstmal das Muster einprägen für Tonika, Subdominante und Dominante. Wenn du dann zu einer Mollparallele einer der drei Akkorde willst, brauchst du nur 3 Bünde runter zu gehen.
Beispiel: D-Dur Barrégriff, A-Form: Grundton auf der A-Saite im 5. Bund
---> Mollparallele Hm-Barrégriff, A-Form: 3 Bünde tiefer: Grundton im 2. Bund

ABER: Lerne jetzt nicht einfach diese Auflistung auswendig, das ist mehr was für den Notfall. Wenn du ein Lied oder eine Akkordfolge in eine andere Tonart verschieben willst, benutze eine Kapodaster-Tabelle. Oder du rechnest dir vom Grundton ausgehend einfach Subdominante und Dominante selber aus, indem du dir wieder einmal merkst: Die Subdominante liegt eine Quarte (5 Bünde / Halbtonschritte) höher als die Tonika, die Dominante eine Quinte (7 Bünde / Halbtonschritte).

Letztendlich kannst du natürlich alle Akkordfolgen und Akkordabwandlungen spielen, die für dich gut klingen. (Jaja, so ein Standardsatz, aber er stimmt. :D ) Das alles sind nur grobe Richtlinien - oder aber wenn man will auch Klischees. :wink:
Deshalb mein Vorschlag: Such dir erst einmal Chords deiner Lieblingssongs raus. Google ruhig erst einmal nur nach "Chords" und nicht nach "Tabs", somit erhältst du nur Liedtexte mit Akkordnamen drüber. Das reicht ja für den Anfang. Dann kriegst du ein Gespür dafür, wie welcher Akkord in welcher Funktion klingt.
Denn: Ein A-Dur-Akkord z. B. besteht zwar immer aus den gleichen Tönen, klingt aber für unser Ohr anders, je nachdem, ob er die Tonika ist, oder als Subdominante, Dominante oder Dominante der parallelen Mollkadenz gebraucht wird.
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Re: Tips zum Auswendig lernen von akkorden

Beitragvon wolveman74 » Fr 31. Jul 2009, 08:19

Respekt und ein Rockiges Danke

das du dir die zeit für eine so ausführliche Antwort genommen hast

wenn ich mal ein Video in Tube reinstelle um mein "können" zu zeigen, werd ich es dir widmen ;)
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Re: Tips zum Auswendig lernen von akkorden

Beitragvon Strato Incendus » Fr 31. Jul 2009, 22:02

Vielen Dank, aber übertreib' mal nicht. :wink: Das hier hätten dir bestimmt auch viele andere User im Forum sagen können.

Was nicht heißt, dass man das als Basiswissen voraussetzen kann. Es gibt nur auch schon viele hier, die das wissen und es ebenso hätten aufschreiben können. Und wenn es einem wirklich Mühe macht, mal einen ausführlicheren Beitrag zu schreiben - wofür sind wir denn schließlich im Forum? :D
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Re: Tips zum Auswendig lernen von akkorden

Beitragvon Sunny » Sa 01. Aug 2009, 00:21

@Strato nun möcht ich Dir auch mal ein Kompliment machen: Deine Einstellung bzgl. des Forums ist vorbildlich und Deine Beiträge sind oftmals sehr ausführlich und erklären die gestellten Fragen sehr verständlich...von daher sag ich nur: toll wie Du Dich für andere engagierst und welche Mühe Du Dir machst die Fragen neutral zu beantworten. :D :D :D
Das hab ich bisher nur in diesem Forum so erleben dürfen. Finde ich klasse und ... bevor Du jetzt wieder sagst, übertreib mal nicht, das musste mal gesagt bzw. geschrieben werden... so, nu aber genug mit dem geschleime :wink: mach weiter so... :D :D :D :D

Gruß Sunny
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Re: Tips zum Auswendig lernen von akkorden

Beitragvon wolveman74 » Sa 01. Aug 2009, 11:20

nein wir übertreiben net,

thx @sunny für die meinungsunterstüzung ;)

es ist selten das ausführliche antworten kommen, ich kenns aus nen forum für terraristik wo ich selber moderator bin,

und sowas macht halt dann auch laune, wenn man weiß, hey ich häng wo, und ich bekomm hier im forum ne antwort wo mir hilft,

klar hätte es jemand beantworten können, aber du bist schnell, ausführlich und dann auch noch echt verständlich, wo ich "alte klampfe" sogar wieder verstehe *g

und der Staub sich löst,
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Re: Tips zum Auswendig lernen von akkorden

Beitragvon Strato Incendus » Sa 01. Aug 2009, 11:36

Ach, menno, zwei gegen einen ist unfair. :mrgreen:

Nee, im Ernst, vielen Dank nochmal. Freut mich, dass ich helfen konnte.
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Re: Tips zum Auswendig lernen von akkorden

Beitragvon DieTanne » Di 18. Aug 2009, 11:02

Hallo wolvemann,

ich hab hier eine 10seitige PDF-Datei, die genau das was du nachfragst, ziemlich gut beantwortet.

Wenn du (oder auch andere) diese Datei haben möchtest, melde dich bitte.

Sorry für meine späte Antwort, doch ich war wegen einer Augen-OP ziemlich lange ausser Gefecht.

@Strato: Auch ich schließ mich dem Kompliment an dich an. Du hast mir und vielen anderen schon oft geholfen.
Danke dafür.
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Re: Tips zum Auswendig lernen von akkorden

Beitragvon wolveman74 » Di 18. Aug 2009, 11:19

DieTanne hat geschrieben:Hallo wolvemann,

ich hab hier eine 10seitige PDF-Datei, die genau das was du nachfragst, ziemlich gut beantwortet.

Wenn du (oder auch andere) diese Datei haben möchtest, melde dich bitte.

Sorry für meine späte Antwort, doch ich war wegen einer Augen-OP ziemlich lange ausser Gefecht.

@Strato: Auch ich schließ mich dem Kompliment an dich an. Du hast mir und vielen anderen schon oft geholfen.
Danke dafür.



hab dir PM geschickt, hey die Gesundheit ist wichtiger wie eine Antwort, hoff dir gehts wieder gut,
und STRATO hat ja supi gut geanwortet
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Re: Tips zum Auswendig lernen von akkorden

Beitragvon wolveman74 » Di 18. Aug 2009, 13:07

danke @die Tanne

die Tips sind echt supi, also defintiv weiter zu empfehlen,
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Re: Tips zum Auswendig lernen von akkorden

Beitragvon Strato Incendus » Fr 21. Aug 2009, 22:20

Sorry für meine späte Antwort, doch ich war wegen einer Augen-OP ziemlich lange ausser Gefecht.


Darf man jetzt immer noch gute Besserung wünschen? :wink: Ich hoffe, du kannst bald oder jetzt schon wieder die Klampfe quälen (im positiven Sinne gemeint).

@Strato: Auch ich schließ mich dem Kompliment an dich an. Du hast mir und vielen anderen schon oft geholfen.
Danke dafür.

und STRATO hat ja supi gut geanwortet


Bitte, bitte, gern geschehen. :mrgreen:
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Re: Tips zum Auswendig lernen von akkorden

Beitragvon DieTanne » Mo 24. Aug 2009, 10:38

Doch, darf man, und danke für die Wünsche, Strato. Die Genesung schreitet voran und die Zeit, wöhrend ich nicht lesen durfte, habe ich genutzt, um die auswendig gelernten Stücke zu vertiefen... und mich mal dem flüssigen umgreifen von Barrès zu widmen.
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