Die "schrägen" Fingersätze

Konzepte zum eigenständigen und kreativen Solospiel für Fortgeschrittene

Die "schrägen" Fingersätze

Beitragvon Strato Incendus » Do 20. Nov 2008, 18:41

Im Guitar Solo Guide werden ja im Anhang die festen Fingersatz-Boxen gezeigt, die häufig verwendeten "schrägen" Tonleitern fehlen jedoch. (Ich meine jetzt nicht den "Ganzton-Halbton"- bzw. "Halbton-Ganzton"-Fingersatz, sondern die normalen Tonleitern.)

z. B. sowas (für C-Dur):

----------------------------------------------------10-12-13
-----------------------------------------10-12-13-----------
-------------------------------9-10-12-----------------------
---------------------9-10-12----------------------------------
-----------8-10-12--------------------------------------------
-8-10-12-----------------------------------------------------

Warum wurden die denn nicht abgebildet? Ich höre jetzt nämlich immer wieder (sowohl von diversen Leuten auf der Gibson-Seite als auch von meinem Lehrer), dass man sich die Standard-Fingersätze abgewöhnen und lieber diese schrägen spielen soll, bzw. einige YouTube-Gitarristen verwenden nur diese Skala (verlieren aber nicht viele Worte drüber).
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Re: Die "schrägen" Fingersätze

Beitragvon tuppes » Fr 21. Nov 2008, 09:45

Strato Incendus hat geschrieben: ... dass man sich die Standard-Fingersätze abgewöhnen und lieber diese schrägen spielen soll...

Warum soll man das tun? Was gewinnt man dadurch?
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Re: Die "schrägen" Fingersätze

Beitragvon BB » Fr 21. Nov 2008, 10:02

Strato Incendus hat geschrieben:z. B. sowas (für C-Dur):

----------------------------------------------------10-12-13
-----------------------------------------10-12-13-----------
-------------------------------9-10-12-----------------------
---------------------9-10-12----------------------------------
-----------8-10-12--------------------------------------------
-8-10-12-----------------------------------------------------

Warum wurden die denn nicht abgebildet?


Das findest du im GSG auf den Seiten 188-190 (Stichwort "Fingersätze mit Lagenwechsel"). Die Gesamtmuster der Tonleitern sind ebenfalls abgebildet, worin alle möglichen Griffmuster enthalten sind. Aus den vielen Möglichkeiten habe ich als Beispiele ein paar herausgegriffen (schwarze Punkte).

Bei dem Gesamtmuster brauchst du dich nur zu entscheiden, wieviele Töne du auf einer Saite spielen willst z.B. immer drei Töne (wie es z.B. Steve Morse bevorzugt), immer vier Töne oder drei/vier Töne abwechselnd, mit oder ohne durchgängigem Lagenwechsel usw. Schreibe dir die Töne heraus oder markiere sie - fertig. Was du schlussendlich machst, bleibt deiner Fantasie und deiner Spieltechnik überlassen.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Üben!
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Re: Die "schrägen" Fingersätze

Beitragvon Strato Incendus » Fr 21. Nov 2008, 15:28

@tuppes: Ich glaube, das soll verhindern, dass ein Fingersatz zu einer Black Box wird, die man rauf und runterspielt, aber aus deren Grenzen auf dem Griffbrett man nie ausbricht.
Ich verwende die natürlich weiter, nur wenn ich bei dem übe, benutze ich halt den schrägen Fingersatz.

@Bernd: Mmh, auf der Seite habe ich schon öfters nachgeguckt und auch was mit 3 notes per string und 4 notes per string gelesen - hab die wohl übersehen, danke! :wink:
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Re: Die "schrägen" Fingersätze

Beitragvon JerryCan » Mo 24. Nov 2008, 09:18

Strato Incendus hat geschrieben:Im Guitar Solo Guide werden ja im Anhang die festen Fingersatz-Boxen gezeigt, die häufig verwendeten "schrägen" Tonleitern fehlen jedoch. (Ich meine jetzt nicht den "Ganzton-Halbton"- bzw. "Halbton-Ganzton"-Fingersatz, sondern die normalen Tonleitern.)

z. B. sowas (für C-Dur):

----------------------------------------------------10-12-13
-----------------------------------------10-12-13-----------
-------------------------------9-10-12-----------------------
---------------------9-10-12----------------------------------
-----------8-10-12--------------------------------------------
-8-10-12-----------------------------------------------------

...


Hallo Strato Incendus,

ich grübele noch immer über das gezeigte Beispiel. Dieses Griffmuster kenne ich als eines der fünf Standardgriffmuster (Patterns) für Dur-/Moll-Tonleitern. Hier findet zwar auch schon ein kleiner Lagenwechsel statt. Dieser ist aber aus der Not geboren, weil die benötigten Töne auf dem Griffbrett eben genau so liegen.

Was meinst Du also mit "schräg"? Etwa so etwas wie "Lead-Patterns" oder "Longform-Patterns"? Bei diesen fängt man in etwa auf der tiefen E-Saite im ersten Bund an und hört auf der hohen e-Saite im zwölften Bund auf.

MfG

JerryCan
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Re: Die "schrägen" Fingersätze

Beitragvon Strato Incendus » Mo 24. Nov 2008, 16:10

Also von denen gibt's fünf? Ich dachte erst von den anderen, Standard-Boxen gäbe es fünf.

Im Prinzip aufgebaut auf der Idee: Man spielt eine Tonleiter komplett auf einer Seite, und überall da, wo ein Ton der Tonleiter liegt, kann man eine neue Box aufmachen, für die verschiedenen Modes, immer mit einem anderen Grundton startend. So ergeben sich sieben Boxen, zwei sind aber ungeeignet, weil man immer über einen Bund hinweggreifen muss.

Wie gehen denn die anderen vier Fingersätze, die ungefähr die Form aus meinem ersten Beitrag haben (will mal dem Lehrer vorausrennen; das Ziel ist ja im Prinzip, übers ganze Griffbrett zu spielen, wie man will - und dann nachher eben noch möglichst schnell)?
Ich kann mir das anhand von Tabs in einer Beispieltonart irgendwie besser vorstellen als anhand von Fingersatz-Bildern (so viele schwarze Punkte... :wink:)

Bei diesen fängt man in etwa auf der tiefen E-Saite im ersten Bund an und hört auf der hohen e-Saite im zwölften Bund auf.


Diese Art von Tonleitern zeigt ja z. B. Arlen Roth auf der Gibson-Homepage (kann ich sehr empfehlen!). Aber die meine ich nicht. Die kann man sich ja im Prinzip selbst erschließen, indem man im Kopf verschiedene Boxen / bekannte Fingersätze miteinander verbindet.
Solche Longform-Patterns zu lernen, halte ich deshalb für ungünstig, weil man dann zwar übers ganze Griffbrett spielt, aber dennoch innerhalb des Fingersatzes gefangen bleibt und sich nicht wirklich frei auf dem Griffbrett fühlt. Das gaukelt zwar dem Zuschauer vor, man könnte überall spielen, aber im Prinzip spielt man genauso eine Tonleiter rauf und runter wie bei der Standard-Box, die auch für die Pentatonik verwendet wird.
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